Blinder Donauwanderer am Ziel

Datum: July 15th, 2010 | Autor: Emanuel Sprosec | Kommentare: Keine Kommentare »

Thomas hat es geschafft – und mehr als 230 Kilometer zu Fuß zurück gelegt! Der Donau entlang von Linz bis zum Wiener Badeschiff am Schwedenplatz, wo er heute um 10 Uhr eintraf. Besonders daran ist, dass der blinde Jus-Student allein mit seinem Blindenstock, Rucksack und einer gehörigen Portion Solidarität mit blinden Menschen in der Dritten Welt sein Ziel erreicht hat.

Thomas Seidling

Thomas nähert sich seinem Ziel - es ist geschafft!

„Ich wollte blinden Menschen in Afrika das Augenlicht schenken!“ begründet Thomas Seidling, hochgewachsener Jus-Student aus Linz, die 230 gewanderten Kilometer seit vergangener Woche auf seinem „Donauwalk“. Die Hitze hat ihm schwer zugesetzt. Fünf Liter Wasser in einem biegsamen Tank am Rücken haben Thomas täglich als Überlebenselixier gedient. Die Erschöpfung ist dem mehrfachen Staatsmeister und Rekordhalter in diversen Schwimmbewerben für blinde Menschen heute beim gemeinsamen Pressefrühstück kaum anzusehen, auch wenn er nach seinem Zieleinlauf erst einmal „ausschlafen und entspannen“ will.

Was Thomas Benefizaktion auszeichnet ist nicht nur das hehre Anliegen zugunsten LICHT FÜR DIE WELT sondern auch die besonderen Voraussetzungen, unter denen er diesen langen Weg bis zum Ziel heute beim Wiener Badeschiff am Schwedenplatz gemeistert hat.

Thomas Seidling und Chris Lohner

Chris Lohner, Goodwill Ambassador von Licht für die Welt, begrüßt Thomas bei seiner Ankunft in Wien.

Der Sinn des Lebens
Begegnet sind Thomas mit der großen Vision viele Menschen, die sich an ihm ein Beispiel genommen haben. „So manche Weggefährten haben sich nach meiner Geschichte gefragt: Was ist wirklich wichtig im Leben? Einige haben spontan für LICHT FÜR DIE WELT gesammelt, um meinem Benefizanliegen Leben einzuhauchen“ berichtet uns Thomas von den vielen Tagen entlang der Donau. Zielsetzung der Tour von ihm war es, für jeden gelaufenen Kilometer die Spende von 30,- Euro für eine Operation am Grauen Star – der häufigsten und heilbaren Ursache für Blindheit in der Dritten Welt – aufzutreiben. Fest steht: Eine ganze Schulklasse voll blinder Menschen in Afrika wird dank der Benefizwanderung von Thomas das Augenlicht geschenkt bekommen – auch wir sagen an dieser Stelle: DANKE!

Thomas mit Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt, und Chris Lohner, Goodwill Ambassador von Licht für die Welt, beim gemeinsamen Pressefrühstück.

Kein Mitleid
Allergisch ist Thomas Seidling beim Thema „Mitleid“, das viele Menschen empfinden, nur weil er blind ist: „Ich finde meinen Weg durchs Leben, auch wenn ich da und dort etwas Assistenz brauche. Entscheidend sind meine Ziele und da habe ich schon mehr erreicht als so manch anderer.“ Mit seinem nächsten Projekt will Thomas einmal mehr an seine Grenzen gehen: „Ich möchte als erster blinder Menschen auf den Spuren von Charles Lindbergh den Atlantik überfliegen, ihr werdet von mir hören!“

Thomas Seidling

Thomas springt zum Abschluss des blinden Abenteuers in den Pool... das Ziel ist erreicht!

Zur Abkühlung und zum würdigen Ausklang des blinden Abenteuers “Donauwalk” springt Thomas und Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, dann noch in den Pool beim Wiener Badeschiff und strahlt dabei über das ganze Gesicht!  Ich kann da nur sagen, auch stellvertretend für meine Kollegin Andrea und dem gesamten LICHT-FÜR-DIE-WELT-Team – vor allem nachdem ich heute selber probiert habe den Rucksack aufzuheben und dabei prompt an seinem Gewicht gescheitert bin:

Thomas, Du hast es Dir wirklich mehr als verdient! Wir bedanken uns alle bei Dir für ein unglaublich spannendes Erlebnis in den letzten Tagen – eine gewaltige und beeindruckende Leistung!

Und wir sind auch bereits jetzt schon auf die nächsten Abenteuer des blinden Donauwalkers Thomas Seidling gespannt… Abschließend möchten wir uns alle gemeinsam bei den vielen bekannten und unbekannten Helfern und Unterstützern im Vorfeld und während des Donauwalks sehr herzlich für ihr Engagement bedanken!  :)

Druckfähige Fotos: www.lichtfuerdiewelt.at/content/donauwalk-pressebilder
Honorarfreie Verwendung der Fotos bei Nennung ‘Licht für die Welt’ im Credit.

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Tag 8: Endspurt

Datum: July 14th, 2010 | Autor: Emanuel Sprosec | Kommentare: Keine Kommentare »

Der letzte Tag vor der geplanten Ankunft: bereits jetzt hat Thomas eine unglaubliche Leistung vollbracht und mehr als 200 Kilometer  von Linz bis nach Klosterneuburg zurückgelegt. Morgen Donnerstag – mit der Ankunft um 10 Uhr beim Badeschiff am Schwedenplatz in Wien – wird er sein blindes Abenteuer beenden.

Doch noch liegt die letzte Etappe vor ihm. „Es wird jetzt auf jeden Fall schwieriger, denn in Wien kenne ich mich auch so nur generell wenig aus und es gibt viele Abzweigungen, Straßenübergänge und andere, unvorhersehbare Hindernisse – es wird also noch mal spannend“ erzählt mir Thomas.

Zwar ist es nicht mehr weit bis nach Wien, aber nach der Kraftanstrengung in den letzten Tagen legt er heute erstmals eine verdiente Pause ein und versucht sich etwas zu erholen. Ich und Gabriel von LICHT FÜR DIE WELT haben ihn gestern im Gasthaus Jarosch bei Greifenstein, kurz vor Klosterneuburg, besucht: „Ich habe Blasen an den Füßen, die Muskeln schmerzen, die Hitze haut mich fast um“ – dennoch lacht er uns beide fröhlich an und ist sehr zuversichtlich. Auch für den ehemaligen Paralympics-Teilnehmer in Peking ist der Donauwalk ein Kraftakt, aber zugleich auch eine spannende Herausforderung, die ihn anspornt. „Ich möchte mit diesem Abenteuer zeigen, dass meine Blindheit kein Grund für Mitleid sein soll. Ich finde meinen Weg durchs Leben, auch wenn ich da und dort Assistenz brauche“ sagt uns Thomas sehr bestimmt.

Auch an diesem Abend in Klosterneuburg schließlich findet Thomas seinen eigenen Weg – denn der telefonische Touristen-Service kann ihm bei der Suche nach einer Unterkunft nicht weiterhelfen. Kurzerhand erkundigt er sich also selber und findet schließlich recht schnell eine Unterkunft direkt im Zentrum – und zeigt sich sehr zufrieden. „Hier fühle ich mich wirklich wohl und das Zimmer ist groß und gut ausgestattet. Ideal also zum erholen – und ausnahmsweise mal lange schlafen!“ lacht Thomas ins Telefon, als ich mich heute Vormittag wieder telefonisch erkundige, wie der gestrige Tag noch geendet hat. Denn morgen möchte sich Thomas noch einmal ins Zeug legen und die letzten ~13 Kilometer in einem Stück durchgehen.

Sowohl Thomas als auch wir bei LICHT FÜR DIE WELT freuen uns jetzt schon sehr über die Ankunft in Wien  – und das Badeschiff als Treffpunkt wird, bei der Tropenhitze, ein wohl mehr als würdiger Ausklang des Donauwalks!

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Tag 7: Kampf gegen die Mittagshitze

Datum: July 13th, 2010 | Autor: Emanuel Sprosec | Kommentare: Keine Kommentare »

Gestern Abend hat Thomas Tulln erreicht und in einer kleinen Pension direkt bei der Donau eingecheckt – allerdings etwas später als geplant, denn die Hitze macht das blinde Abenteuer für ihn momentan zu einer echten Herausforderung.

„Ich habe in der Früh ein wenig verschlafen, da ich vom gestrigen Tagesmarsch doch recht erschöpft war, und bin erst zu Mittag zur nächsten Etappe aufgebrochen. Ich muss ehrlich sagen, dass es doch teilweise mühsam ist – allerdings hatte ich auch wieder Glück: Ein Radfahrer hat mich unterwegs angesprochen und mich schließlich sogar den ganzen Weg von Zwentendorf bis nach Tulln begleitet. Eine großartige Hilfe, denn die Wege sind hier sehr verwinkelt, es gibt immer wieder einen Kreisverkehr und vieles mehr, es ist oft schwer sich zu orientieren – und nach dem gestrigen Irrweg bei Zwentendorf und den vielen Sackgassen war ich über die Unterstützung heute doch sehr froh. Irgendwie habe ich dieses „Glück“, man könnte es fast auch als „Wunder“ bezeichnen, und treffe in diesen Situationen immer wieder Menschen, die mir spontan helfen“ zeigt sich Thomas sehr erfreut.

Thomas versucht mittlerweile alle Etappen zeitlich genau im Voraus zu planen, die Kilometer so gut es geht exakt zu kalkulieren und so zeitig wie möglich zu starten – um der größten Mittagshitze aus dem Weg zu gehen. „Die Hitze kommt nicht nur erbarmungslos von oben, sondern auch von unten – denn der Asphalt reflektiert nochmals – und das macht das Ganze schon sehr heftig. Es ist wirklich anstrengend, fast wie in einem Backofen und geht an die Substanz. Jetzt freue ich mich doch schon sehr auf das weiche Bett!“ erzählt mir Thomas etwas erschöpft gestern Abend.

Trotz der Kraftanstrengung und Müdigkeit führt Thomas an dem Abend aber noch ein Interview mit Doris Firmkranz von der NÖN-Redaktion in Tulln – in einem kleinen Schanigarten in der Nähe der Pension. Die Getränke werden spontan von der Wirtin des kleinen Schanigartens, Maria Baumgartlinger, spendiert.

Und – diese Begegnung führt noch zu einer kleinen, weiteren Überraschung – denn heute Früh vor dem Start überreicht die Stadträtin Elfriede Pfeiffer Thomas einen Schlüsselanhänger mit dem Wappen der Stadt Tulln als kleines Andenken. „Das war wirklich etwas ganz Neues für mich vorhin – und hat mich sehr beeindruckt! Eine wirklich schöne Begegnung – Danke!“

Das Ziel ist zum Greifen nah!

Heute möchte Thomas ca. 20 weitere Kilometer Richtung Wien zurücklegen, je nachdem wie gut er mit der Hitze zurecht kommt. Ich, Emanuel, und Gabriel Müller von LICHT FÜR DIE WELT, werden heute versuchen, Thomas unterwegs an der Strecke zu besuchen – und die Details für die Schlussetappe gemeinsam mit Geschäftsführer Rupert Roniger von LICHT FÜR DIE WELT und den Zieleinlauf am Donnerstag, 15. Juli um 10 Uhr, beim Wiener Badeschiff am Schwedenplatz besprechen. Das Ziel der langen und beschwerlichen Reise im Dienst der gute Sache ist zum Greifen nah!

Ein herzliches Dankeschön übrigens auch an die Mariahilf Apotheke Mauthausen sowie an die Pfarre Dürnstein, die jeweils für einige Kilometer des Donauwalks spenden!

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Tag 6 – Irrwege im Atomkraftwerk

Datum: July 12th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

Die wichtigsten Stationen von Tag 6, Sonntag, 11. Juli:

  • Übernachtung am Campingplatz in Rossatz. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Besitzer für die Frühstückseinladung und an den unbekannten Stammgast, der für Thomas die Übernachtungskosten übernommen hat.
  • Mittagessen im Donaustüberl in Hollenberg – ebenfalls vielen Dank für die Einladung!
  • Ankunft in Zwentendorf. Geplant: 22 Uhr. Tatsächlich: 24 Uhr.

Das Atomkraftwerk vor Zwentendorf stellt den blinden Donauwalker Thomas Seidling erstmals vor eine größere Herausforderung. In Melk hat Thomas beschlossen, auf der südlichen Seite des Donauradwegs weiterzumarschieren, da diese die interessantere sein soll. In seinem GPS-System sind allerdings nur Wegpunkte nördlich der Donau markiert. Das heißt, Thomas muss alleine, nur mithilfe seines Blindenstocks, durch das Gelände des Atomkraftwerks finden.

Erste Probe für die Nerven

„Wie funktioniert denn das?“, habe ich ihn gerade per Telefon gefragt. „Ich muss so viele Wege ausprobieren, bis ich den richtigen finde“, erzählt er. „Was allerdings sehr schwierig und mühsam ist, weil fast alle Wege bei einer Böschung oder einem Schuppen enden und dann geht das Spiel wieder von vorne los.“ Was nach 22 Uhr und nach einer Tagesetappe von fast 30 Kilometern sehr an den Nerven zehrt. „Es ist absolut anstrengend und frustrierend, wenn jeder Weg im Nichts endet.“

Hilfe vom Jäger

Nach einer einstündigen Suche entschließt sich Thomas, sein Zelt in der Nähe des Kraftwerksgeländes aufzustellen und am nächsten Tag in der Früh Passanten nach dem richtigen Weg zu fragen. Doch als Thomas seinen Rucksack abstellt und im Begriff ist, sein Zelt auszupacken, kommt ein Jäger vorbei. Er fragt sofort, wie er Thomas helfen könne und bringt ihn schließlich mit seinem Auto die paar hundert Meter bis zum Radweg. „Diesmal hatte ich kein schlechtes Gewissen oder gar Skrupel, mich ein paar Meter mitnehmen zu lassen. Immerhin habe ich am Kraftwerksgelände ja schon einige leere Kilometer zurückgelegt. Und die weiteren 5 Kilometer vom Radweg bis zum Ort Zwentendorf bin ich selbstverständlich wieder zu Fuß gegangen…“

Übernachtet hat Thomas am Campingplatz in Zwentendorf, übrigens als einziger Gast. Heute in der Früh hat er seine Wäsche gewaschen und sie außen am Rucksack zum Trocknen befestigt. Jetzt ist er schon wieder am Weg Richtung Wien. Das Etappenziel für heute: Tulln.

P.S.: Dies ist mein letzter Blogpost zu Thomas’ beeindruckendem Donauwalk – ich verabschiede mich nämlich in meinen Urlaub. Ab sofort wird euch mein Kollege Emanuel Sprosec über die weiteren Erlebnisse von Thomas Seidling informieren.

Lieber Thomas! Es war mir eine Ehre, dich eine Woche lang auf deiner Wanderung begleiten zu dürfen. Viel Erfolg für deinen Endspurt!

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Tag 4 und 5 ganz im Zeichen von ORF NÖ

Datum: July 10th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

Samstag, 10. Juli, 6.15 Uhr. Nicht der Wecker, sondern Thomas’ Handy klingelt. Claudio Schütz von Radio Niederösterreich ist dran und fragt nach Thomas’ Wetterprognose für den heutigen Tag: „Ich bin mir sicher, dass es sehr schön wird“, antwortet er noch leicht verschlafen.

Vier Stunden später, Pizzeria Venezia, Melk. Thomas Seidling trifft Heidrun Tschinkel und ihr Kamerateam von „Niederösterreich heute“. Die Reporterin begleitet Thomas einige Kilometer lang. Das Ergebnis ihrer Recherchen ist heute Abend um 19 Uhr in Niederösterreich auf ORF 2 und im Internet zu sehen.

Übrigens: Die Pizzen in der Pizzeria Venezia seien sehr empfehlenswert, wie Thomas mir gerade am Telefon erzählt hat. Und: Die Nacht von gestern auf heute hat er in einer Jugendherberge verbracht.

P.S.: Mit seiner Ankunft in Melk hat Thomas nun die Hälfte seiner Wanderung und 110 Kilometer hinter sich gebracht. Und konditionell ist er immer noch gut drauf…

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Übernachtung beim Fleischhauer

Datum: July 9th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

„Sie sind ja so hübsch. Wie schade, dass sie blind sind“, sagt die Wirtin der Fleischhauerei Moser in Ybbs an der Donau, wo der blinde Donauwalker Thomas Seidling von gestern auf heute übernachtet hat. „Na, was glauben Sie denn? Dass ich keine Mädels habe?“, kontert Thomas schmunzelnd.

Diese Anekdote erzählt Thomas mir heute Vormittag am Telefon. Und merkt dazu an: „Ich bin immer wieder erschüttert und manchmal auch fasziniert, welche Vorurteile es in Österreich blinden Menschen gegenüber gibt. Und das ist ja auch ein wichtiger Grund, warum ich diesen Weg von Linz nach Wien gehe: Ich möchte aufklären und informieren, dass blinde Menschen die gleichen Sachen machen können wie alle anderen. Der einzige Unterschied ist: Sie sehen halt nichts.“

“Füße tun erbärmlich weh”

Der blinde Jusstudent ist in den vergangenen 3 Tagen insgesamt 80 Kilometer mit schwerem Rucksack gegangen. Wie macht sich diese Anstrengung körperlich bemerkbar? „Zeitweise tun mir meine Füße wirklich erbärmlich weh. Besonders mühsam wird’s meistens eine Stunde vor der Mittagspause. Aber da muss ich einfach durchbeißen und dann geht’s wieder ganz leicht.  Heute in der Früh habe ich eine Blase entdeckt, die sich leider nicht aufstechen lässt. Ich fürchte, das könnte bis zum Abend richtig weh tun…”

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Danke!

Datum: July 8th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

Während Thomas Seidling Kilometer um Kilometer zu Fuß zurücklegt, bereiten wir im LICHT FÜR DIE WELT-Büro fieberhaft Thomas’ Empfang in Wien vor: “Good Will Ambassador”-Chris Lohner hat heute angerufen und spontan zugesagt, Thomas Seidling kommenden Donnerstag, 15. Juli, auf dem Badeschiff am Donaukanal zu empfangen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich beim netten Badeschiff-Team für sein großzügiges Sponsoring und hoffen auf viele weitere Unterstützer! :-)

Herzlichen Dank auch an Gerhard und Arnold vom Campingplatz in Au an der Donau – nicht nur für das Frühstück, sondern auch für die Finanzierung von 2 Augenlicht rettenden Operationen am Grauen Star in Entwicklungsländern!

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Tag 3: Ankunft in Niederösterreich

Datum: July 8th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

Thomas Plan A für gestern war: 22 Kilometer von Mauthausen bis Eizendorf wandern, dort beim Badesee das Zelt aufschlagen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Doch eine Gelsenplage macht ihm einen Strich durch die Rechnung: „Ich bin mit meiner Hand durch die Luft gefahren und meine ganze Faust war voller Gelsen. Unter diesen Bedingungen zelten ist unmöglich“, erzählt er mir heute Vormittag am Telefon.

Also muss Plan B her: Die Energiereserven mit einem Gulasch auftanken und dann noch 6 Kilometer bis zur nächsten Pension weitergehen. Es ist 18 Uhr. Ein Gast im Wirtshaus bietet Thomas an, ihn mit dem Auto zur Unterkunft gleich hinter der Donaubrücke vor Grein zu führen. Aber Thomas verweigert: „Das geht natürlich nicht. Ich will zu Fuß nach Wien gehen, also kann ich nicht zwischendurch Auto stoppen. Ehrensache! “ Gesagt, getan. Um halb zehn erreicht Thomas nun doch leicht erschöpft die besagte Pension – und dort ist glücklicherweise noch ein Zimmer frei.

Mit der Überquerung der Donaubrücke vor Grein hat Thomas gestern Abend auch die Landesgrenze überschritten. Ab heute ist er in Niederösterreich unterwegs!

Viele Radfahrer und Fußgänger sprechen Thomas auf sein Abenteuer an, haben doch die meisten in der Zeitung über den Donauwalk gelesen oder ihn im Radio erzählen gehört. „Viele Menschen wollten mir gleich bar Spenden für LICHT FÜR DIE WELT in die Hand drücken“, sagt er schmunzelnd. „Die kann ich aber nicht annehmen. Ich habe Angst, überfallen zu werden und ohne das Geld Wien zu erreichen.“ Auf unserem Spendenkonto ist das Geld besser aufgehoben :-) PSK 92.011.650 (BLZ 60.000). Kennwort: Donauwalk.

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Noch ein Foto vom Start in Linz…

Datum: July 8th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: Keine Kommentare »

Thomas Seidling und Andrea Zefferer beim Start des Donauwalk in Linz

Da war ich auch noch dabei, 12 km später habe ich mich dann verabschiedet… © Johann Haginger

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Frühstückseinladung: Tag 2

Datum: July 7th, 2010 | Autor: Andrea Zefferer | Kommentare: 1 Kommentar »

Mittwoch, 7. Juli, 11 Uhr.

Mein Handy läutet. Thomas Seidling ist dran. Er erzählt:

„Tag 1 ist super gelaufen. Ich bin gestern 28 Kilometer marschiert und habe mein Zelt zwei Kilometer nach Mauthausen auf einer Wiese neben dem Radweg aufgeschlagen. Zum Abendessen gab’s Knabbernossi und Semmeln. Die habe ich noch in Linz eingepackt. Und ich gebe zu: Am Abend haben meine Füße dann schon ein bisschen weh getan.

Gut erholt habe ich mich heute in der Früh um 8 Uhr wieder auf den Weg gemacht. Eine Stunde später wollte ich meine Wasserflasche auffüllen. Ich habe Geräusche und Gelächter gehört und einfach eine Person in der Nähe angesprochen. Was ein echter Glücksfall war. Ich bin nämlich bei einem Campingplatz in Au an der Donau gelandet und dort gleich bestens versorgt worden: Ich habe nicht nur meine Wasserflasche auffüllen können, sondern bin auch auf ein leckeres Frühstück eingeladen worden und habe die Dusche am Campingplatz benutzen dürfen. Und, ganz wichtig: Mein Handy habe ich auch aufgeladen. Ein großes Dankeschön an Gerhard und Arnold!“

Auch ich bedanke mich im Namen von LICHT FÜR DIE WELT sehr herzlich bei Gerhard und Arnold  vom Campingplatz in Au an der Donau für Ihre tolle Unterstützung!

Um 11 Uhr ist Thomas dann weitermarschiert…

P.S.: Radio Oberösterreich hat Thomas Seidling gestern zum „Oberösterreicher des Tages“ gekürt. Kurz nach Ausstrahlung des Beitrags hat das Telefon des ORF-Hörerservices bereits heiß geklingelt, wie mir der zuständige Redakteur Wolfgang Hüttner erzählte. Eine Dame hätte Thomas auf der Bundesstraße gesichtet und wollte ihm „zur eigenen Sicherheit“ eine Begleitperson mit auf den Weg schicken. Thomas war gestern Nachmittag tatsächlich kurz auf der B3 unterwegs. Ihm ist aber glücklicherweise nichts passiert und er hat den Radweg recht schnell wieder gefunden. Er wird also weiterhin alleine marschieren… Und wir werden natürlich bestmöglich auf ihn aufpassen. :-)


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